Mittwoch, 18. April 2012

19.04.2012 Kawagoe, Gastfamilie - 00.27 Uhr

Mitternacht. Ich bin gerade von einem gemütlichen Izakaya-Abend mit Freunden in Ikebukuro nach Hause gekommen. Die Katze meiner Gastfamilie hüpft vor meiner Tür herum. Alle anderen schlafen natürlich schon, weil sie zur Arbeit oder Schule müssen. Seito ist jetzt im ersten Jahr der Grundschule und muss eine Stunde früher als sonst losgehen. Im Moment sieht mein Wochenplan so aus, dass ich in der Woche zum Mita-Campus gehe, um meine Forschungsmaterialien zu lesen. Am Dienstag fahre ich zum SFC um als TA (Teacher Assistant) zu arbeiten und um mein Praktikum zu absolvieren. An den Wochenenden bin ich meistens mit Freunden unterwegs. Aber ich glaube ich werde demnächst mehr Zeit fürs Schlafen einplanen müssen. Ich verbringe tatsächlich viel zu viel Zeit in der Bahn. Am Dienstag sind es bis zum SFC hin und zurück fast 5 Stunden. Ich habe schon ein komplettes Buch und zwei Mangas in der Bahn gelesen. Jetzt kann ich mittlerweile auch schon im Stehen lesen! Ich habe mich total angepasst. Meine persönliche Bilanz: Bisher war ich schon zwei Mal beim Hanami, einmal im Karaoke, zwei Mal beim Purikura machen und einmal im Izakaya. Und ich habe den Tokyo Tower wieder gesehen. Da könnte man fast sagen "Jetzt kann ich glücklich sterben." Aber dazu fehlt mir noch der Sonnenuntergang auf dem Fuji-san.

Gestern war ich wieder beim SFC und habe Frau Waragai zum ersten Mal beim Unterricht geholfen. Bisher habe ich noch nicht viel selber gemacht. Ich bewache die Studenten beim Test Schreiben und bewerte dann die Tests. Das ist allerdings eher eine Aufgabe, die ich ungern mache. Wo ich doch selber genau weiß, wie schwer es ist eine Sprache zu lernen und wie enttäuscht man sein kann, wenn man mal ein schlechtes Testergebnis hat. Nächste Woche muss ich die Tests für die Studenten kommentieren. Das passiert zwar alles auf Deutsch, aber ich hoffe, dass sie meine Erklärungen verstehen. Das ist meine Arbeit als TA. Zusätzlich mache ich noch mein Praktikum. Weil ich sowieso am Dienstag da bin, mache ich das am Dienstag. Ich muss mich also in den Unterricht setzten, zuschauen und Notizen machen. Ab Mai werde ich dann meinen eigenen Unterricht geben müssen. Bis nächste Woche soll ich mir schon mal überlegen was ich machen will. Ich hab noch überhaupt keine Ahnung. Aber zumindest wird das Ganze hier eine ziemlich vielseitige Erfahrung. Dazu kommt noch der Aufenthalt bei meiner Gastfamilie. Da lernt man auch jeden Tag so einiges über Japan und die Welt. Meine Gasteltern haben auch schon mal in Amerika gelebt und haben generell eine Menge zu erzählen.

1 Kommentar:

Erik hat gesagt…

Im Stehen zu lesen hat den Vorteil, dass man nicht so schnell zum Einschlafen neigt!
Ich bin beim morgendlichen Kanji- und Vokabellernen regelmäßig mit dem Buch in der Hand weggedöst, wenn ich in den Bahn mal einen Sitzplatz bekommen hab... Äußerst kontraproduktiv sowas!